Welcher Startelf vertraut Joachim Löw beim deutschen EM-Auftakt gegen Frankreich? (EM 2021: Frankreich - Deutschland am Dienstag ab 21 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) Vieles spricht dafür, dass der Bundestrainer im Vergleich zum vergangenen Testspiel gegen Lettland (7:1) keine Veränderungen mehr vornimmt. Mit anderen Worten: Vor Manuel Neuer verteidigen Antonio Rüdiger, Mats Hummels und Matthias Ginter. Auf den Außenpositionen marschieren Robin Gosens (links) und Joshua Kimmich (rechts). Im Zentrum spielt Toni Kroos an der Seite von Ilkay Gündogan. Für Tore sollen Serge Gnabry, Thomas Müller und Kai Havertz sorgen. (Das ist Löws Plan mit Goretzka) EM-Tippkönig gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden Und wie sehen es die SPORT1-Reporter? In Seefeld, Herzogenaurach und München waren und sind sie ganz nah an der Mannschaft und berichten täglich über die neuesten Entwicklungen im Löw-Team. So würden sie gegen Frankreich aufstellen! Fazit: "Wenn der Bundestrainer acht Spieler des FC Bayern in den EM-Kader beruft, dann muss er auch im erfolgreichen Bayern-System spielen. Weg mit der Dreierkette und zurück zum 4-2-3-1-System, in welchem sich die überwiegende Mehrheit der Nationalspieler am wohlsten fühlt. Gosens und Can haben die Physis, um es mit Antoine Griezmann und Kylian Mbappé aufzunehmen. Goretzka wäre bei mir gesetzt, sofern er schon bei 100 Prozent wäre. Vorne gebe ich im ersten Spiel Sané eine Chance, weil es der Freigeist ganz Deutschland beweisen will. Havertz kann zum Superstar der EM werden." Fazit: "Die von Joachim Löw präferierte Dreierkette steht auch bei mir. Gegen die offensivstarken Franzosen ist es das beste System, um hinten kompakt zu stehen. Kimmich muss beim DFB auf der rechten Seite spielen. Das habe ich schon in den vergangenen Wochen immer wieder gefordert, weil er auf dieser Position der einzige Spieler mit Weltklasse-Potenzial im DFB-Kader ist. Im Zentrum würde ich Can statt Kroos bringen, weil ich als Dortmund-Reporter gesehen habe, was er dort leisten kann. Gegen Frankreich braucht es einen Kämpfer wie ihn, der in jedem Zweikampf kompromisslos dazwischenhaut. Vorne soll Gnabry mit Havertz zaubern. Beide können EM-Helden werden." Fazit: "Ich setze auch auf die Dreierkette, da Löw damit ein Bollwerk anrühren kann. Kimmich würde bei mir aber im Zentrum bleiben, obwohl er im Kader der beste Spieler für die rechte Außenbahn ist. Klostermann kann dort auch spielen. Er hat zwar in den vergangenen Wochen nicht immer überzeugen können, aber mit seinem Tempo kann er es mit Kylian Mbappé zumindest aufnehmen. Havertz spielt vorne, weil er auf mich einen starken Eindruck macht. Er wirkt durch sein goldenes Tor im Champions-League-Finale motivierter und fokussierter als Sané. Gnabry ist in der Offensive eine sichere Bank." Der Aufstieg N’Golo Kantés ist märchenhaft: Hinter ihm liegt eine harte Kindheit, er hat nie eine Akademie besucht und wäre fast durchs Raster gefallen. Im Duell mit Deutschland ist er Frankreichs Schlüsselspieler er heimliche Weltfußballer fährt einen weißen, schon etwas derangierten Mini, dasselbe Auto seit sechs Jahren. Einmal tauchte er als Überraschungsgast bei der Hochzeit der Tochter eines Fans seines Klubs FC Chelsea auf und blieb bis zum Ende. Ein anderes Mal lud ihn ein Anhänger des Londoner Lokalrivalen Arsenal ein, den er gerade zufällig kennengelernt hatte, als er nach Verpassen eines Zuges nach Paris die nächste Moschee zum Beten aufsuchte.N’Golo Kanté begleitete ihn in die kleine Wohnung, es gab Chicken Curry, immer mehr Freunde kamen, ein bisschen Playstation, und dann schauten alle zusammen noch sein Spiel bei „Match of the Day“, der englischen Sportschau. Nicht die klassischen Fußballstar-Geschichten, schon klar. Aber wenn Experten über die vergangene Champions-League-Saison sprechen, dann sind sich im Prinzip alle einig. Der wertvollste Spieler war weder Kylian Mbappé noch Erling Haaland, die mit ihren Toren und Transfersagen die Zeitungen füllten. Der entscheidende Mann war er, Kanté, heute zu sehen in der Schaltzentrale Frankreichs gegen Deutschland (21 Uhr, ZDF und im WELT-Liveticker). Taktisch klug, physisch stark – trotz seiner nur 1,68 Meter. Schnell, flink, technisch tadellos, immer wieder am Anfang der Angriffe mit seinen Balleroberungen, oft aber auch in deren Mitte mit einem öffnenden Pass oder einem raumgreifenden Antritt. „Er ist der Erste, den die Kollegen beim Trainingsspiel wählen“, sagt Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, der immerhin auch Leute wie Mbappé, Antoine Griezmann oder Karim Benzema im Angebot hätte. „Und der erste Name, den ein Trainer hinschreibt, wenn er die Aufstellung macht.“ Nicht umsonst wollte ihn auch Tuchel an seiner vorherigen Station bei Paris Saint-Germain unbedingt haben, wie er verriet, als er ihn durch sein Engagement bei Chelsea endlich hatte. Märchenhaft ist in gewisser Weise sein ganzes Leben. Schon mit sieben sammelte er Schrott und Alteisen auf den Straßen der Pariser Vorstadt, um die Familie mit neun Kindern durchzubringen zu helfen. Die Mutter arbeitete als Putzfrau, der Vater bei der Müllabfuhr, als er starb, war N’Golo elf und erst seit einem Jahr in einem Verein. Der Sport bot eine Chance, doch das heutige Ausdauerwunder galt den in Frankreich stark auf Gardemaße fixierten Fußball-Akademien als zu klein und schwach. Kanté studierte Buchhaltung, erst mit 19 gab ihm mit US Boulogne ein Klub wenigstens einen Amateurvertrag. Mit 23 debütierte er bei SM Caen in der Ligue 1. Erst nach dem Wechsel über den Kanal tauchte er auch zu Hause auf dem Radar auf. Robert Lewandowski, dem sie zum Torrekord in der Bundesliga verhalfen, stürmte in St. Petersburg erfolglos für Polen gegen die Slowakei, als sich zwölf Mannschaftskollegen des FC Bayern in der gewohnten Umgebung die Klinke in die Hand gaben. Zunächst trainierte Frankreich mit Benjamin Pavard, Lucas Hernández, Corentin Tolisso und Kingsley Coman in der Münchner Arena. Dann kam Deutschland mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Niklas Süle, Serge Gnabry, Leroy Sané, Jamal Musiala und Leon Goretzka auf den Rasen. Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Abend auf Titelverteidiger Frankreich. Mit Manuel Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich und Serge Gnabry hat Bundestrainer vier Bayern-Spieler für die Startelf eingeplant. Mit Titelverteidiger Frankreich hat die DFB-Elf gleich im ersten EM-Spiel einen schweren Gegner vor der Brust. Bundestrainer Joachim Löw will sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Ich bin innerlich sehr ruhig und gelassen", betonte Löw, der personell nahezu aus dem Vollen schöpfen kann. Nur Jonas Hofmann (Knie) fehlt sicher. Leon Goretzka kommt nach seiner Muskelverletzung zwar "nicht für die Startaufstellung" infrage, aber für einen Kaderplatz, so Löw. Löw dürfte Kimmich auf rechts bringen In abschließenden Gesprächen will der Bundestrainer noch letzte taktische Details klären und dabei auf sein "Bauchgefühl" hören. Die Start-Aufstellung scheint aber zu stehen: Vor Manuel Neuer soll die Dreierkette mit Mats Hummels in der Zentrale sowie Matthias Ginter rechts und Antonio Rüdiger links das brandgefährliche französische Offensiv-Trio um Topstar Kylian Mbappé stoppen. Für den Flankenschutz "opfert" Löw sogar seinen Lieblings-Sechser Joshua Kimmich, der nach rechts rückt. "Der Jo spielt da, wo es das Beste ist für die Mannschaft", erklärt Löw. Turnier-Neuling Robin Gosens besetzt die linke Seite. Leroy Sané bleibt wohl erstmal nur die Jokerrolle Im Mittelfeld sollen Toni Kroos und Ilkay Gündogan die Räume dicht machen und für ein schnelles Umschaltspiel sorgen. Die Dreierreihe in der Offensive wird von Thomas Müller organisiert, der bei seiner dritten EM-Teilnahme auch endlich auf das erste Tor bei einer Europameisterschaft hofft. Neben ihm sollen sein Münchner Klubkollege Serge Gnabry und Kai Havertz stürmen. Leroy Sané bleibt deshalb nur die Jokerrolle. Diese aber könne entscheidend sein, meint Löw. Helfen soll auch der Teamgeist, der auch diesmal "sehr gut" sei. Wie damals sein goldener Joker Mario Götze müssten alle "für die Sekunde X" brennen. Tragen sollen das DFB-Team die Fans - auch wenn es "nur" 14.000 sein werden, darunter die Familien der Stars und Löws Nachfolger Hansi Flick. "Wir wissen, dass wir ihnen noch was schuldig sind", sagte Neuer, der den Anhang per Videobotschaft um Zuspruch bat: "Wir brauchen jede Unterstützung." Denn Geschenke sind von den Franzosen nicht zu erwarten. "Du darfst gegen sie keine Fehler machen, das nutzen sie gnadenlos aus", warnte Löw. Dass Kroos und Gündogan in der Mittelfeld-Zentrale gegen Paul Pogba und N'Golo Kante auf verlorenem Posten stehen könnten, wies er zurück. Wie man verhindert, dass Mbappe und Co. ins Rollen kommen? "Wir müssen leidensfähig sein", sagte Löw. Vorraussichtliche EM-Aufstellung Die voraussichtliche deutsche Aufstellung gegen Frankreich: Neuer - Ginter, Hummels, Rüdiger - Kimmich, Kroos, Gündogan, Gosens - Gnabry, Müller, Havertz. - Trainer: Löw Die deutsche Nationalmannschaft muss sich gleich zu Beginn des Turniers gegen Weltmeister Frankreich am Dienstag beweisen. Damit Sie die auf dem Laufenden bleiben, können Sie alle Nachrichten, Infos, Anekdoten und die wichtigsten Updates aus dem DFB-Lager von unserem Reporter Noah Platschko hier im EM-Newsblog nachlesen. Benjamin Pavard glaubt, dass die französische Fußball-Nationalmannschaft im Falle eines Titelgewinns bei der EM im Vergleich zu seinem Verein Bayern München das qualitativ bessere Team ist. "Es sind zwei großartige Teams", sagte er im Gespräch mit "eurosport.de": "Wenn wir die EM gewinnen, dann würde ich sagen, dass Frankreich besser als Bayern ist." Nach den vielen Erfolgen in den vergangenen zwei Jahren in München und dem WM-Titel 2018 ist er noch nicht zufrieden. Er koste diese nicht aus, denn "dafür habe ich keine Zeit", sagte Pavard: "Ich spiele Fußball, um Titel zu gewinnen und nicht, um Geld zu verdienen. Aber ein Titel fehlt mir noch. Den habe ich fest im Blick", ergänzte er mit Blick auf die laufende Europameisterschaft. Von seinem neuen Vereinstrainer Julian Nagelsmann ist Pavard fest überzeugt: "Er hat in Hoffenheim und Leipzig einen sehr guten Job gemacht. Wenn sich die Bayern dafür entschieden haben, passt er zum Verein", sagte er: "Seine Mannschaften spielen auf jeden Fall sehr guten Fußball." Die Vorfreude auf den deutschen EM-Auftakt gegen Frankreich steigt minütlich. Bei aller Euphorie darf der schwere Gegner jedoch nicht aus den Augen verloren werden. t-online-Reporter Noah Platschko, der das DFB-Team während des gesamten Turniers verfolgt, hat analyisert, welche drei französischen Spieler der deutschen Mannschaft besonders gefährlich können. Seine Einschätzung finden Sie hier oder im oben angehangenen Video. Deutschland als Außenseiter? Die Buchmacher sehen es anders Die Buchmacher sehen beim EM-Auftaktspiel der DFB-Elf keinen klaren Favoriten. Der deutsche Heimvorteil in München und die höhere individuelle Qualität der französischen Mannschaft gleichen sich demnach etwas aus. Die "Équipe Tricolore" geht nur mit einem leichten Plus in die Partie. Bei "Tipico" liegt die Quote auf einem Deutschland-Sieg bei 2,75, der auf einem Frankreich-Sieg bei 2,60. Bei "bwin" ist die Lage ähnlich. Deutschland 2,80, Frankreich 2,60. Bei "bet-at-home" ist die Quote identisch zur bei "bwin". Einig sind sich die Anbieter bei dem Fakt, dass ein Unentschieden noch unwahrscheinlicher ist. Die Quote für ein Remis liegt bei 3,30 (Tipico) oder 3,20 (bwin, bet-at-home). Überraschung beim Abschlusstraining der DFB-Elf Die deutsche Nationalmannschaft hat am Montagabend ein letztes Mal vor dem Auftaktspiel gegen Frankreich trainiert. Dabei gab es laut "Bild" eine Überraschung: Statt Kai Havertz spielte Bayern-Profi Leroy Sané im lila Leibchen der A-Elf. Noch in der vergangenen Woche hatte Bundestrainier Löw mit Havertz in der ersten Formation trainieren lassen. Auch beim letzten Test gegen Lettland stand der Chelsea-Profi von Beginn an auf dem Platz. Ob Sané es tatsächlich noch in die erste Elf geschafft hat, wird erst kurz vor Spielbeginn am Dienstagaabend (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) klar werden. Fakt ist: Es ist nicht das erste Mal, dass Löw im Abschlusstraining eine oder mehrere Positionen neu besetzt – so auch vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal bei der WM 2014. Falls die DFB-Elf ins Finale einziehen sollte, würde sie dort vor immerhin knapp halbvollen Rängen spielen. Denn trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte. Nationalspieler Neuer sendet Videobotschaft an die Fans Deutschlands Kapitän Manuel Neuer wirbt mit einer Videobotschaft in den Sozialen Medien um die Gunst der deutschen Fans. "Ihr wisst: Wir brauchen einfach eure Unterstützung", rief der Torhüter dem Anhang vor dem EM-Start gegen Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/t-online-Liveticker) zu: "Drückt uns die Daumen – egal ob im Stadion, zu Hause, mit Freunden. Wir wissen, dass ihr hinter uns steht. Vielen Dank dafür!" Neuer versicherte: "Wir haben uns super vorbereitet, wir sind richtig heiß und motiviert – und wollen alles geben für die Europameisterschaft." Das Duell mit dem Weltmeister sei sofort das "erste Finale" für die DFB-Auswahl, betonte Neuer. Weitere Gegner in der "Todesgruppe" F sind Titelverteidiger Portugal (19.6.) und Ungarn (23.6.) ebenfalls in München. Vor Deutschland-Spiel: Deschamps verrät Elfer-Schützen nicht Frankreich-Trainer Didier Deschamps hat sich vor dem ersten EM-Spiel am Dienstag (21 Uhr/ZDF und Magenta TV) in München gegen Deutschland nach einigen Fehlschüssen nicht auf einen Elfmeter-Schützen festgelegt. "Das werde ich nicht beantworten", sagte der 52-Jährige und schob nach, dass er "nicht dem Gegner diese Information geben will". In der vergangenen Saison haben die Franzosen vier Elfmeter zugesprochen bekommen. Vier Schützen versuchten sich, nur Olivier Giroud traf. Antoine Griezmann, Karim Benzema und Kylian Mbappé, die für Dienstag als Offensiv-Trio vorgesehen sind, haben je einmal vergeben.